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Interview mit Adrian Scherer, Geschäftsführer der Liberty Anlagestiftung

Im Interview erzählt Adrian Scherer, weshalb die Liberty Anlagestiftung vor zwei Jahren ins Hypothekarbusiness eingestiegen ist und weshalb der Einstieg mit der Kreditfabrik erfolgte.

Andrea Elmer Andrea Elmer, 12. April 2021

Interview

Weshalb ist die Liberty Anlagestiftung ins Hypothekarbusiness eingestiegen?

Zum Zeitpunkt des Projektstarts waren lediglich wenige Anlagestiftungen im Markt, die den Zugang zu Anlagen in Hypotheken ermöglichten. Gleichzeitig war in Anbetracht des Tiefzinsumfeldes mit einem steigenden Investoreninteresse zu rechnen.


Wie beurteilen Sie Ihren Entscheid nach bald zwei Jahren? Was würden Sie allenfalls heute anders machen?


Dank dem Einstieg in dieses Geschäftsfeld konnten wir neue Fähigkeiten entwickeln, die uns auch in anderen Bereichen zu Gute kommen werden.


Wo sehen Sie als Anlagestiftung die Vorteile dieses Investitionssegmentes hinsichtlich Ertragsgenerierung, Risikodiversifikation, mittel- bis längerfristige Erwartungen?

Wir gehen davon aus, dass unsere Investoren mittelfristig eine Mehrrendite gegenüber Pfandbriefen erwirtschaften werden. Solange die Swap-Sätze in negativem Territorium verharren, kann auch mit einem Diversifikationsvorteil gerechnet werden.


Was war ausschlaggebend, dass der Einstieg mit der Kreditfabrik erfolgte? Welches waren die entscheidenden Faktoren?

Wir wollten die Kostenführerschaft übernehmen, was Flexibilität bezüglich der Marge aller Beteiligten voraussetzte. Die Kreditfabrik offerierte uns ein attraktives Paket bestehend aus hoher Professionalität gepaart mit fairen Kosten.


Die Kreditfabrik arbeitet mit stark automatisierten Workflows. Wie hat die Kreditfabrik bei Ihnen Vertrauen geschaffen, dass auch in diesem innovativen Setting alles gesetzeskonform und sicher abläuft?


Die eingesetzte Kreditsoftware, die zu den besten Lösungen für das Kreditmanagement zählt, sowie die lange Berufserfahrung der Mitarbeitenden waren massgeblich für den Entscheid zur Zusammenarbeit verantwortlich. Im Tagesgeschäft setzen wir branchenübliche Kontrollprozesse ein. Weiter verfügen wir dank unserem Zugang zur Kreditsoftware über eine hohe Transparenz bezüglich der Prozessschritte und dem Hypotheken-Portfolio.


Wie gestaltet sich die (tägliche) Zusammenarbeit mit der Kreditfabrik?

Flache Hierarchien, freundlicher Umgang und eine hohe Fachkompetenz der Mitarbeitenden resultieren in einer angenehmen und effizienten Zusammenarbeit.


Die Nachfrage nach Hypotheken ist derzeit sehr gross. Werden Hypotheken zukünftig einen gewichtigeren Stellenwert in der Anlagestrategie von institutionellen Anlegern einnehmen?


Hypotheken dürften aktuell weniger als 2% der Anlagen von Pensionskassen ausmachen. Dem steht eine Allokation von rund 20% in Schweizerfranken-Obligationen entgegen. In Anbetracht der höheren Rendite von Hypotheken gegenüber Schweizerfranken-Obligationen rechne ich mit einem langsamen aber stetigen Anstieg der Hypotheken-Allokation in den kommenden Jahren.


Es wird immer wieder behauptet, Hypotheken seien sicher. Worauf basiert diese Aussage?

Insbesondere dank der Grundpfandbesicherung der Hypotheken sind Betrugsfälle praktisch unmöglich. Weiter kennen wir in der Schweiz – im Gegensatz bspw. zu den USA – die sogenannten «Non-Recourse»-Hypotheken nicht, die an der Finanzkrise im Jahr 2008 mitschuldig waren. Dies bedeutet, dass ein schweizerischer Hypothekarnehmer nicht nur mit seiner Immobilie, sondern darüber hinaus persönlich und mit seinem gesamten Vermögen haftet. Hypotheken weisen aus diesen Gründen auf historischer Basis eine sehr tiefe Kreditausfallsquote auf.


Die Immobilienpreise sind in den vergangenen Jahren sehr stark gestiegen. Sind die Hypotheken noch sicher?

Durch die Belehnung auf maximal 80% des Immobilienwertes besteht eine rechnerische Sicherheitsspanne von 20%. Zusätzlich muss diese Belehnung innert zehn Jahren auf 65% reduziert werden, wodurch sich die Sicherheitsspanne auf 35% erhöht.


Adrian Scherer ist Geschäftsführer der Liberty Anlagestiftung.

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