Pensionskasse 03
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Weshalb Pensionskassen ins Hypothekarbusiness einsteigen sollten

Verschiedene Faktoren beeinträchtigen die Renditen der Pensionskassen. Zeit also, sich den Einstieg ins Hypothekargeschäft zu überlegen: Retailhypotheken sind nach wie vor attraktiv und sicher.

Emil Meier Emil Meier, 14. Juni 2021

Die Pensionskassen der Schweiz stehen aktuell vor grossen Herausforderungen. Einerseits wird die Population der Rentner immer grösser, andererseits schwinden die Renditemöglichkeiten bzw. werden immer schwieriger.

  • Das Investitionssegment Fixed Income in der Schweiz bietet sowohl bei den Staats- wie auch bei den Corporate Bonds ungenügende oder gar negative Renditen.
  • Bei Corporate und High Yield Bonds werden die involvierten Risiken schon länger nicht mehr abgegolten.
  • Fremdwährungsanleihen beinhalten ein nicht zu unterschätzendes Währungsrisiko. Dieses kann zwar gehedged werden, was aber mit Kosten verbunden ist, die wiederum die Rendite schmälern.


Gegensatz zu diesen problematischen Anlagebereichen sind Retailhypotheken nach wie vor ein attraktives Marktsegment. Die Durchschnittsfinanzierung beträgt rund 600'000 CHF – dank vielen Objektfinanzierungen findet eine breite Risikodiversifikation statt, idealerweise ergänzt durch eine geographische Risikodiversifikation. Die regulatorisch geforderten 20% Eigenmittel und die verpflichtenden Amortisationen bei Belehnungen über 65 % sind ein Risikopuffer, der aus Erfahrung zusätzlich verstärkt wird durch den Willen der Kunden, ihr Objekt auf alle Fälle halten zu können.

Auch im Hypothekarumfeld sollte die Marge nicht durch unnötig hohe Abwicklungskosten verringert werden. Entsprechend lohnt sich der Aufbau einer eigenen Vertriebs- und Abwicklungsorganisation nicht. Auch bestehenden Organisationen wird empfohlen, periodisch zu überprüfen, ob externe Anbieter den gleichen oder gar umfangreicheren Service nicht günstiger erledigen (make or buy). Bei einem Outsourcing bleibt der Auftraggeber Herr der Lage, denn die Prozesse werden nach seinen Vorgaben umgesetzt und er hat realtime-Einsicht ins System.

Wichtig ist, bei der Wahl des Servicers auf Effizienz und Nachhaltigkeit zu achten: Es sollten nur professionelle Anbieter in Betracht gezogen werden, die das Business aus fachlicher und regulatorischer Sicht bestens kennen und die Abwicklung mit zeitgemässen Methoden – das heisst digital und automatisiert – vornehmen. Zudem ist wichtig, dass der Servicer ein umfangreiches, sinnvolles IKS (Internes Kontrollsystem) hat und sich z. B. nach ISAE 3402 (International Standard on Assurance Engagement) auditieren und testieren lässt.

Emil Meier
Emil Meier
CEO